Solaranlage auf einem Einfamilienhaus in Ribnitz-Damgarten. Foto: Eckart Kreitlow
Bald soll es in der Bernsteinstadt eine Genossenschaft "Sonnenstrom in Bürgerhand" geben
Bei einer ersten Zusammenkunft am Donnerstag, dem 12.März 2009, in der Gaststätte "Anglerheim" am Hafen im Stadtteil Damgarten, zu der der Elektromeister Siegfried Niemann, Geschäftsführer der seit über 30 Jahren in Ribnitz-Damgarten ansässigen Elektro-Niemann Küchentreff GbR, eingeladen hatte, ging es um die Vorbereitung der Gründung einer Solar-Bürger-Genossenschaft in der Bernsteinstadt.
Diese künftige Erzeugergemeinschaft für Erneuerbare Energien, so sie dann demnächst aus der Taufe gehoben wird, soll voraussichtlich Genossenschaft "Sonnenstrom in Bürgerhand" heißen.
In ihr können sowohl Unternehmer aus der Region als auch Kommunen, Vereine und private Bürger Mitglied werden.
In einer lockeren Atmosphäre bei Gulaschsuppe und Getränken bat Herr Siegfried Niemann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zusammenkunft, sich kurz vorzustellen. Danach erläuterte er in einführenden detaillierten Ausführungen den Anwesenden das Ziel der Zusammenkunft.
Er hob hervor, dass all jene Unternehmer und Bürger aus unserer Region, die den Klimaschutz fördern wollen sowie gleichzeitig dazu bereit sind, ein oder mehrere Genossenschaftsanteile zu erwerben und langfristig mit der regenerativen Energieerzeugung Geld verdienen möchten, als künftige Mitglieder der Genossenschaft herzlich willkommen sind.
Im weiteren Verlauf führte Elektromeister Niemann aus: "Jede verfügbare Dachfläche sollte genutzt werden, um Sonnenstrom zu gewinnen. Das wäre dann der wirkliche und machbare technische Fortschritt im 21.Jahrhundert. Diese Vermehrung von PV-Anlagen ist hoch interessant, da durch das EEG-Gesetz von 2004 alle Größen sehr gut messbar und langfristig rechenbar sind, da die Zahlung der Einspeisungsvergütung 20 Jahre garantiert wird. Das bedeutet insbesondere für uns Akteure ein reiches Betätigungsfeld und das auch noch mit einer guten Rendite!".
Mögliche Mitglieder und zugleich Anteilseigner dieser Energieerzeugergemeinschaft in Genossenschaftsform, die vor allem von der relativ hohen im EEG-Gesetz von 2004 gesetzlich garantierten Einspeisungsvergütung 20 Jahre lang plus Anlagenerrichtungsjahr profitieren würden, könnten zum Beispiel sein bzw. werden ( 43,01 Cent pro Kilowattstunde für 2009 ans Netz gehende Fotovoltaikanlagen in einer Größe bis 30 KW):
kleine und mittelständische Unternehmen,
Kommunen, Vereine, Verbände,
Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften,
Vermieter von geeigneten Dachflächen für Solaranlagen (Fotovoltaik),
Privatpersonen und Kleinanleger, die sichere Anlageformen bevorzugen.
Ein Genossenschaftsanteil wird vermutlich nur 100 Euro betragen, so dass die Mitgliedschaft in der Solargenossenschaft der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten "Sonnenstrom in Bürgerhand" auch für viele Bürger und Kleinunternehmer möglich sein wird.
Vor allem jedoch für jene Bürger, deren Bonität die Anschaffung einer eigenen Solaranlage wegen der relativ hohen Investitionskosten nicht zulässt bzw. die sie nicht finanziert bekämen.
So könnten auf diese Weise ebenso auch sie entsprechend ihrer eingebrachten Anteile mit der Kraft der Sonne langfristig und sicher Geld verdienen und gleichzeitig noch etwas für den Klimaschutz tun.
Der 1.Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins "Grüne Welt & M-V Kulinaris" e.V. sagte gleich zu Beginn der Diskussion dem Vorhaben der Gründung einer Genossenschaft tatkräftige Unterstützung zu, denn die Förderung des Umwelt- und des Klimaschutzes inklusive der regenerativen Energieerzeugung gehöre neben der Förderung der Bildung und der Kunst und Kultur auch zu den Vereinszielen. So wolle der gemeinnützige Verein unter anderem am Dienstag, dem 19.Mai 2009, um 18:30 Uhr zu der beabsichtigten Genossenschaftsgründung eine Veranstaltung organisieren, zu der sowohl alle Vereinsmitglieder als auch weitere Interessierte aus der Region eingeladen werden und herzlich eingeladen sind.
Elektromeister Ulrich Borchert, Inhaber des gleichnamigen Unternehmens Elektroanlagen Ulrich Borchert in Hirschburg, verwies in seinem Diskussionsbeitrag auf seine guten Erfahrungen mit der Fotovoltaik. Er habe seit etwa 3 Jahren eine Anlage auf dem Hausdach, die seine Erwartungen bisher erfüllt, teilweise sogar übertroffen habe. Im Zusammenhang mit der Gründung einer Genossenschaft müsse man der Bevölkerung verdeutlichen, dass dies mit der Fotovoltaik eine sichere Bank sei. Es rechne sich. Allerdings müsse man vorsichtig agieren. Es seien ja von der Qualität her unterschiedliche Anlagen. Es komme auch auf den Hersteller an.
Stadtpräsident Peter Warnke meinte unter anderem, dass er auch Jurist und Kommunalpolitiker sei. Er würde sich gerne als Multiplikator sehen. Die Energiepreise würden gewaltig steigen. In 10 Jahren könne die Kilowattstunde Energie statt jetzt 21 Cent dann vielleicht 38 Cent und mehr kosten. Was sei unser Geld in der Zukunft wert? Unser Geld sei dort am meisten wert, wo es regional investiert werde, zum Beispiel in Solaranlagen. Wir müssten den Menschen das Bewusstsein vermitteln, dass es in der Stadt lebenswert sei. Die Menschen wollten überleben, gut überleben. Dazu könne auch das geplante Vorhaben beitragen.
Herr Carsten R. aus Klockenhagen erklärte sich bereit, aus dem Internet Musterdokumente, Satzungen einer Genossenschaft und AGB etc. zu beschaffen und diesen allen Anwesenden per Email zukommen zu lassen. Dazu bat er alle Anwesenden um die Emailadressen. Darüber hinaus machte er einige Ausführungen zu den möglichen Renditeerwartungen und plädierte dafür, dass alles genau definiert werden müsse.
Die Pädagogin Frau Doris M. aus dem Ostseebad Dierhagen führte aus, dass sie das Vorhaben der Gründung einer Bürger-Solar-Genossenschaft positiv sehe und deshalb gerne vor allem als Multiplikatorin dafür an den Schulen tätig werden wolle. Sie sei insbesondere Theoretikerin und würde das Motivationsmanagement übernehmen. Es gehe in erster Linie darum, Vertrauen zu schaffen sowie Erfahrungen, Argumente und nicht zuletzt Fakten zur Solarstromerzeugung und zur Gründung der Genossenschaft zu vermitteln. Diese Fakten und Argumente müsste bzw. sollte man zunächst zusammentragen, um dann dieses Informationsmaterial jederzeit zur Nutzung bei Veranstaltungen und Zusammenkünften zur Verfügung zu haben.
Herr Thomas E. aus Ribnitz-Damgarten äußerte sich ebenfalls zustimmend zu dem Vorhaben der beabsichtigten Gründung einer Genossenschaft, verwies aber darauf, dass es sicher in dem Zusammenhang zumindest zunächst nicht um den Verkauf von Solaranlagen gehen dürfe, sondern wir uns in der ersten Zeit vorrangig um die Werbung von Genossenschaftsmitgliedern kümmern müssten.
Der Ribnitz-Damgartener Bürger Herr Udo P. verwies auf die Wichtigkeit einer gründlichen und umfassenden Vorbereitung bei der Genossenschaftsgründung und die Klärung aller anstehenden Fragen im Vorfeld. Er plädierte für Nachhaltigkeit und wollte wissen, mit welcher Rendite man in etwa rechnen könne.
Herr Klaus H. aus Schlemmin berichtete über seine Erfahrungen mit der Solaranlage, die er selbst betreibe, äußerte, dass ebenso wie bei Elektromeister Ulrich Borchert aus Hirschburg diese seine bisherigen Erwartungen erfülle und teilweise übertreffe. Er habe sie derzeit zu einem günstigen Preis von 4500 Euro brutto pro KW kaufen können, wo dann aus der Diskussionsrunde der Einwurf kam, dass das mit dem Preis nicht so ohne weiteres vergleichbar sei. Man müsse wissen, was sind das für Module, welche Leistungsparameter hätten sie usw.
Herr Thomas R. aus Ribnitz-Damgarten sprach sich auch für eine Mitgliedschaft in der künftigen Solar-Genossenschaft "Sonnenstrom in Bürgerhand" der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten aus. Jetzt sollte man zügig an die Vorbereitung gehen, um sie aus der Taufe zu heben. Er sehe da einen nachhaltigen Nutzen für die künftigen Mitglieder und die Region voraus.
Nach sehr interessanten Gesprächen, Diskussionsbeiträgen, erörterten Fragen und gegebenen Antworten erklärten alle 11 Anwesenden ihre Bereitschaft zur Mitgliedschaft in der künftigen Genossenschaft "Sonnenstrom in Bürgerhand".
Am Mittwoch, dem 8.April 2009, um 18:30 Uhr ist in der Damgartener Gaststätte "Anglerheim" die nächste Zusammenkunft geplant.
Eine weitere Zusammenkunft mit dem gemeinnützigen Verein "Grüne Welt & M-V Kulinaris" e.V. folgt am Dienstag, dem 19.Mai 2009, um 18:30 Uhr im Ferienhof-Gästehaus "Am Kiefernwald" im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Borg, Bei den Borger Tannen 6.
- Beitragserstellung: 13.März 2009 Ergänzungen: 16.März 2009 + 18.März 2009 - Eckart Kreitlow
Zahlung der Einspeisungsvergütung 20 Jahre lang plus Errichtungsjahr
Die so genannte Einspeisungsvergütung beträgt für den erzeugten Solarstrom mittels Fotovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt, die 2009 installiert wurden und 2009 erstmalig Strom ins öffentliche Netz einspeisen, 43,01 Cent pro Kilowattstunde. Diese Einspeisungsvergütung wird 20 Jahre lang plus Errichtungsjahr gezahlt. Dies ist gesetzlich im EEG-Gesetz von Juli 2004 fixiert. Danach hat der regionale Energieversorger eine Stromabnahmepflicht, eine Anschlusspflicht und eine Vergütungspflicht. Zu einer Fotovoltaikanlage gehören die Solarmodule, die Träger- und Befestigungssysteme, ein Wechselrichter, der den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, sowie ein zusätzlicher Zähler, um die produzierte Strommenge messen zu können.
Die neue Schreibweise "Fotovoltaik" statt "Photovoltaik" setzt sich immer mehr durch!
Die Schreibweise des Wortes ist zwar zurzeit noch etwas umstritten, doch setzt sich offenbar immer mehr die neue Schreibweise "Fotovoltaik" statt "Photovoltaik" durch.
Ebenso wie bei dem Wort "Fotografie", früher galt noch die Schreibweise "Photographie", doch inzwischen ist hier sogar unumstritten die Schreibweise "Fotografie" richtig!
Obwohl wir damals leider in der Schule häufig nicht aufpassten und es heute bitter bereuen. Unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel, die von 1973 bis 1978 in der DDR an der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig Physik studieren und dort sogar promovieren durfte, könnte es sicher besser erläutern. Sorry, kleiner Scherz!
"Fotovoltaik" besteht aus griechischem Wort "Photonen" und Namen des Erfinders Alessandro Volta
Der erste Teil des Wortes "Fotovoltaik" oder "Photovoltaik" ist ein Begriff aus der Teilchenphysik und soll von dem griechischen Wort "Photonen", was so viel wie "Lichtteilchen" bedeutet bzw. von dem griechischen Wort "Photos" für Licht abstammen.
Dieses Licht soll mit etwa dreihunderttausend Kilometer pro Sekunde oder etwa einer Milliarde Kilometer pro Stunde durch die Gegend sausen, während wir hingegen zu Fuß manchmal sage und schreibe anderthalb Stunden für zwei Kilometer benötigen.
Der zweite Teil geht auf den Naturwissenschaftler, Elektrotechniker und Erfinder Alessandro Volta (1745 - 1827) zurück, der unter anderem die Batterie und den Spannungsmesser, das so genannte Voltmeter zur Messung von elektrischen Größen erfunden und erfolgreich mit der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom experimentiert haben soll.
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